Umsatzsteuer zwischen Bauunternehmern

1. Seit 2004 haben Bauleistungs-Empfänger die Umsatzsteuer auf die Bauleistungen an das Finanzamt abzuführen (dürfen i. d. R. diese Umsatzsteuer als Vorsteuer wieder geltend machen), wenn sie selbst Bauleister sind (§ 13 b Umsatzsteuergesetz).

 

2. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 ist bei einem Unternehmer davon auszugehen, dass er Bauleister ist, wenn er selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt.

 

Diese Bauleister-Eigenschaft ist durch das Finanzamt mit den Vordruck USt 1 TG zu bescheinigen. Durch Vorlage dieser Bescheinigung (“Nachweis zur Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers bei Bauleistungen und/ oder Gebäudereinigungsleistungen”) vom Leistungsempfänger an den Bauleistenden kann letzterer davon ausgehen, dass es sich bei der Leistung um einen Umsatz i.S. §13b Umsatzsteuergesetz handelt, für den der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet. Andernfalls soll bzw. muss der Bauleistende auf seine Leistung Umsatzsteuer berechnen und abführen (als wenn es sich nicht um eine Bauleistung handelte).

 

3. Die „Überwälzung“ der Umsatzsteuer gilt nicht für Bauleistungen im privaten Bereich, also für privat genutzte Grundstücke.

 

4. Bauleistungen sind Werklieferungen und sonstige Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen (auch Einbau von Fenstern und Türen, Böden, Elektro-, Heizungs- und Sanitär-Anlagen, sämtliche Innen-Arbeiten und Reparaturen, die sich auf die Substanz des Bauwerks auswirken, so auch Fassaden-Reinigungen). Hierzu zählen auch Gebäudereinigungsleistungen.

 

5. Keine Bauleistungen sind Planungs- und Überwachungs-Leistungen, reine Baumaterial-Lieferungen, Lieferung von Strom, Gas, Wasser und sonstiger Energie, Verleih von Hausgeräten, Gerüsten und Arbeitnehmern.

 

6. Letztendlich bleibt bei der Anwendung des § 13 b Umsatzsteuergesetz die Umsatzsteuer zwischen Bauleistenden und Bauleistungs-Empfänger neutral wie beim üblichen Leistungs-Austausch zwischen Umsatzsteuer-pflichtigen Unternehmern. Der Bauleistungs-Empfänger braucht die Mehrwertsteuer nicht vorfinanzieren bis zur Erstattung als Vorsteuer durch das Finanzamt. Andererseits werden an das Rechnungswesen höhere Anforderungen (Nachweis-Pflicht) gestellt.

 

Stand: Januar 2015

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